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Was HÄNDE geben

Ein ganzheitliches Körpertreatment verspricht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte durch Berührung – funktioniert´s?

Therapieraum Konstanze Braun

Besonders in den Zeiten des Lockdowns spüren wir die Kostbarkeit von Berührungen. Wenn diese nur im Privaten möglich sind, erhöht sich das Stresslevel für viele Alleinlebende. Doch schon bevor dieses Ergebnis einer Studie nun bekannt gegeben wurde, hatte ich einen Termin für eine vegetodynamische Behandlung im Blankeneser Studio von Konstanze Braun vereinbart.

VegetoDynamik – was ist das überhaupt?

Einige Wochen vorher waren uns die sympathische Mittvierzigerin und ich zufällig wieder begegnet, kennen gelernt hatten wir uns in München. Dass wir nun beide im Hamburger Westen leben, stellen wir erfreut fest und erzählen uns von unseren beruflichen Veränderungen. Als mir Konstanze von ihrer Ausbildung zur Vegetodynamikerin erzählt, muss sie mir erst einmal die Methode, von der ich noch nie etwas gehört habe, verdeutlichen. Die Gründerin Margot Esser-Greineder hatte jahrelang in der Pharma-Industrie gearbeitet, bis sich sich auf die Suche nach einer ganzheitlichen Körperbehandlung begab. Mit der VegetoDynamik entwickelte sie schließlich eine Methode, die durch Berührung und unter Zuhilfenahme von Heilpflanzenprodukten Lebensenergie im Köper ins Fließen bringt. Blockaden können sich lösen, Kopf und Herz und Körper finden zu einer neuen Einheit zusammen, der Mensch soll in dieser Behandlung seinen eigenen Rhythmus und sein gesundes Potenzial wiederfinden. Aha, ich denke sofort an Shiatsu, Osteopathie oder Reiki? Aber nein, hier kommen noch andere Kräfte ins Rollen, verspricht mir Konstanze….

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Gib mir ein R, gib mir ein O, gib mir ein K!

Auf der Suche nach einem Dinner-Quickie erleben wir ein echtes Pizza-Highlight

StillebenROK Pizzeria

Freitag Abend – nach der Redaktionsschicht im Speersort müssen noch Jeans und Sneakers für den Liebsten her… so ein Einkaufsbummel in Corona-Zeiten ist doch echt anstrengend, danach fühlen wir uns zu ermattet, um am heimischen Herd aktiv zu werden. Also versuchen wir (wieder einmal), einen Platz im vietnamesischen Quan Do zu ergattern – schon etliche Meter vor dem Eckeingang drehen wir ab. Die lange Schlange vor dem Eingang kennen wir schon – wann werden wir es schaffen, hier die legendäre Schnellküche zu testen? (Spoiler: nie)! Und nun – gehen wir tatsächlich mal in Til Schweigers Pizzeria in der Lilienstraße? Ein Blick auf die Karte gibt uns die Antwort: Och nö. Jedoch schon der nächste Eingang gehört ROK – Rock our kitchen, hier bleiben wir spontan stehen. Auch dies eine Pizzeria, jedoch weniger prätentiös, obwohl das Interior in diesem ambitionierten Style vielleicht eine gewisse Anstrengung vermuten lässt. Weit gefehlt! Wir werden sehr nett begrüßt, die Präparierung für die Corona-üblichen Vorsorgehandgriffe steht bereit, schon dürfen wir in dem hübschen, mit warmen Farben und schönen Dekoakzenten eingerichteten Lokal Platz nehmen und uns die Philosophie erklären lassen.

Wenig Kategorien – viele Variationen

Angeboten werden tatsächlich nur Pizza, Salate und Poke Bowls. Es gibt fertig komponierte Signature Dishes – aber eben auch die Möglichkeit, sich nach dem Baukastenprinzip eigene Speisen zu komponieren. Ich begeistere mich für dieses Spielchen und wähle eine Pizza mit Rote Bete-Teig. Darauf soll eine Pink Base angerichtet werden, das ist die Grundsauce aus Tomaten und Creme fraîche. Als einzeln auszusuchende und positionsweise fakturierte Toppings bestelle ich gegrillte Auberginen, Steinpilze, karamellisierte Mandelsplitter und Ziegenkäse. Klingt gut, oder? Der Liebste wählt eine üppige Aloha Pole Bowl, die mit 14,60 Euro nur ein klein wenig günstiger ist als meine individuelle Pizza, für 15,50 Euro. Das ist meiner Meinung nach für eine Pizza gerade noch im Rahmen, jedenfalls für die, die ich dann kurze Zeit später serviert bekomme. Superleckerer, knuspriger Teig, angenehme Würze von Basis und Belag, ich bin restlos zufrieden. Die Bowl findet ebenfalls Zustimmung, und als der Liebste einen Pizza-Probehappen bekommt, werden die Augen groß. „Fantastisch“ – lautet seine Wertung. Sogar er, der Pizza für einen meist überbewerteten Snack hält, freut sich über diese Variante.

Eine feine, gut abgestimmte Weinauswahl gibt’s übrigens auch – wir kommen also bestimmt bald wieder!

One-Night-Stand HELGOLAND…

Die lange Anna - Helgolands Vogelfelsen

Seit Jahren stand ein Besuch auf Deutschlands einziger Hochsee-Insel auf meiner Wunschliste

Als am ersten Wochenende nach der Corona-Isolation der Halunder Jet von den Landungsbrücken wieder Kurs auf Helgoland nimmt, gehen wir an Bord. Der Katamaran braucht für die knapp 150 Kilometer lange Distanz zwischen Hamburg und Helgoland viereinhalb Stunden, die wie im Flug vergeben. Schon beim Verlassen der Landungsbrücken zieht es mich nach draußen und ich genieße die Aussicht vom Oberdeck. Wir passieren den Museumshafen und Övelgönne und freuen uns über unseren Nachbarn Olav, der uns vom Balkon unseres Hauses am Blankeneser Segelclub mit einem Laken winkend eine gute Fahrt wünscht.

HRS Halunder Jet, die Fähre nach Helgoland
Und täglich grüßt der Halunder Jet

Die meiste Zeit verbringen wir auf dem Freideck, nur zum Frühstück nehmen wir auf unseren superbequemen Sitzen im Salon Platz. Durch riesige Panoramascheiben und auf mehreren Bildschirmen haben wir die Route immer vor Augen. Wedel, Cuxhaven, die Vogelinsel Trischen, große und kleine Schiffe in der Nordsee, ein erwartet schöner „Ausguck“. Aber es gibt auch Unerwartetes: Vor der Deutschen Bucht liegen, aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, mächtige Kreuzfahrtschiffe auf Reede. Corona hat diese schwimmenden Hotelkolosse quasi zur dead zone erklärt. Gespenstisch – wir zählen mindestens sechs Riesen.

Romantik buchstabiere ich anders…

Eingangsbereich Hotel "Helgoländer Klassik"
Gut gemeint… doch nicht gelungen.
Das „Fifities-Konzept“ im Hotel Helgoländer Klassik

Die bunten Hummerbuden, die den Weg in die Helgoländer „Innenstadt“ säumen, habe ich schon auf vielen Postkarten bewundert – live sehen sie nicht mehr ganz so malerisch aus. Je mehr wir uns dem winzigen Zentrum nähern, desto trüber wird meine Stimmung. Puh, ist das häßlich hier. Die schlichten Bauten aus den Fünfzigerjahren sind mit allerlei gruseliger Dekoration versehen und die steuerfrei angepriesenen Waren sehen ebenso wenig einladend aus. Recht unfreundlich werden wir bei der obsoleten Touristenanmeldung in unser Hotel geschickt. Nun ja. Ich wollte hier hin. Warum noch mal? Das Hotel Helgoländer Klassik, übrigens eines der gehobenen Kategorie, kann sich nicht mit corona-bedingten Restriktionen rausreden: Es ist einfach nicht schön! Hier hat man versucht, aus der Not eine Tugend zu machen und die katastrophale Substanz mit einem „Fünfzigerjahre-Konzept“ zu pimpen. Leider kommt der Mief durch…und damit ist es nur dekoriertes Elend, schimpfe ich.

Ein Sprung in die Geschichte

Aber gibt es denn gar nichts Schönes hier? Und warum eigentlich nicht? Nun ist unsere Neugier geweckt und wir erforschen die Geschichte Helgolands, seine Not- und seine Glanzzeiten. Und Schritt für Schritt mildert sich unser Blick auf dieses gebeutelte Inselchen: Beruft sich der Name zwar auf eine Erwähnung als „Heiligland“ in Schriften von 800 vor Christus, ist hier lange nicht viel Frommes geschehen. Seeräuber und Schmuggler, das waren wohl die häufigeren Besucher auf den Klippen, und die Insulaner mussten sich britische, dänische und deutsche Inbesitznahme gefallen lassen. Wirtschaftlich ging es der Insel lange erbärmlich, bis 1826 die Idee umgesetzt wurde, Helgoland als Seebad zu inszenieren. Und das klappt sogar – als Kaiser Wilhelm II. dann mit dem „Sansibar-Vertrag“ Helgoland im Tausch von Seepassagen vor Sansibar unter preußische Flagge nimmt, beginnt die erste Glanzzeit der Insel. Die währt kurz, denn schon gerät Helgoland als Seefestung im ersten Weltkrieg unter schweren Beschuss. Wir kennen alle den Lauf der Geschichte – der zweite Weltkrieg liess nicht lange auf sich warten. Nach 1945 gleicht Helgoland einem Trümmerfeld, ein riesiger Bombenkrater verändert seitdem noch heute die Landschaft . Dass die Alliierten die Insel den evakuierten Helgoländern wieder zusprachen, ist dem Schelmenstück eines Heidelberger Studenten zu verdanken. Erst nach 1950 beginnt die Rückführung der ehemaligen Bewohner, und 1952 wird nach Adenauers diplomatischen Verhandlungen die Bundesflagge auf Helgoland gehisst. Und das Fundament mancher Bausünde gelegt, füge ich im Stillen zu.

Schaut und hört – hier geben die Robben den Ton an

Kegelrobben auf Helgoland
Ein Körbchen auf der Düne

Jetzt wollen wir nur noch in die Natur und rüsten uns zu einem ausgiebigen Spaziergang über die Düne, die man mit dem Bördeboot-Shuttle erreicht. Das Wetter meint es richtig gut mit uns, und da es ungewöhnlich unbevölkert ist (die üblichen Touristenströme sind wegen der Covid 19- Awehrregeln ausgeblieben), umrunden wir die einsame Nord-Osthälfte. Und endlich sehe ich sie einmal live: Schon tauchen die ersten Seehund- und Robbenköpfe aus den Fluten auf, ich bin entzückt. Ein paar Hundert Meter weiter dann stoßen wir auf eine ganze Kolonie Kegelrobben, die sich am Strand sonnt, johlt, döst und paddelt. Es müssen mindestens zweihundert sein! Ja, dafür hat sich der Ausflug dann doch gelohnt. Mein Stimmungsbarometer schnellt in die Höhe und wir schlendern barfuß weiter, bis wir zum belebten Südstrand der Düne kommen. Hier stehen bunte Apartmentbungalows, es gibt eine Reihe Strandkörbe und entspannte Urlauberfamilien, die ihre Sandburgen in respektvollem Abstand zu den Wildtieren bauen. Doch doch, so langsam erahne ich den Reiz dieser Insel.

Knieper, Lummenfelsen und ein Traumtag am Meer

Abends haben wir einen Tisch im ersten Haus am Platze gebucht, dem „Rickmers Galerie Restaurant“. Natürlich mindern die üblichen Corona-Auflagen ein bisschen die Behaglichkeit, aber man serviert uns eine Flasche Sancerre, meinen Lieblingswein, das ist schon mal bemerkenswert. Die Karte gibt sich innovativ, die Umsetzung ist wirklich okay. Mit Betonung auf okay. Und die Preise? Ich würde sagen, die Seeräubermentalität haben die Helgoländer definitiv noch in ihren Genen.

Am nächsten Morgen geht es um Punkt acht auf zum Oberland. Den Lummenfelsen kann man bequem per Fahrstuhl erreichen, die Treppenstufen sind allerdings auch keine sportliche Herausforderung. Wir werden für den frühen Anstieg belohnt, sind wir doch außer ein paar versprengten Joggern die einzigen Menschen, die sich hier die Morgenluft um die Nase wehen lassen. Am Vogelfelsen zu stehen und Hunderte? Tausende! brütender Basstölpel beobachten zu dürfen, ist wirklich unfassbar großartig.

Basstölpel am Vogelfelsen
1991 brütete hier ein Basstölpelpaar zum ersten Mal – inzwischen sind es Tausende

Auch Trottellummen bewundern wir, kleine dunkle Vögel, die genau wie die Basstölpel echte Climbingtalente am Felsen sind. Herings- und Dreizehenmöwen umkreisen die Klippen, und auch wenn wir bislang keine passionierten Vogelbeobachter sind, hier bin ich wirklich fasziniert. Wir gehen den gut 4 Kilometer langen Klippenrundweg, passieren niedliche Schrebergärten und freuen uns auf das für 10 Uhr reservierte Frühstück. Nach dem traumhaften Morgenspaziergang sehe ich mit gnädigerem Blick auf das Ambiente und finde sogar das Dekor des Frühstücksraumes mit Retro-Plakaten der Helgoländer Fährflotte ganz ansprechend. Die zweite Überfahrt zur Düne bringt uns direkt zur Strandkorbvermietung. Wir richten uns gemütlich ein, die Sonne strahlt – es hat tatsächlich was von „Ferien auf Saltkrokan“.

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Wir machen das BESTE draus…

Situationsbedingte Variante meines Schreibtisches

Mit einer kleinen Handarbeit als Zeitvertreib habe ich die Maskenproduktion begonnen – nun werden hier Dutzende Gesichtsmasken mit Profi-Ausrüstung genäht. Eigentlich will ich meine Corona Collection nur um einige weitere Modelle ergänzen. Dann tun mir meine zerstochenen Finger jedoch richtig weh und ich krame im Keller nach der alten Pfaff-Nähmaschine meiner Mutter. Deutsche Wertarbeit hin oder her – da ist nix mehr zu machen. Okay – vielleicht hätte ein Tüftler noch Freude daran, stundenlang Ersatzteile zu besorgen und die Olle wieder fit zumachen… ich definitiv nicht! Also wandert das Ungetüm wieder in den Keller und wartet nun auf den Abtransport zur Spendenbox der Deponie.

Mehr Masken – weniger Mühe

Der Liebste kommt dann zwei Tage später mit einem Riesenkarton durch die Haustür und überreicht mir mit einem Strahlen ein neues Maschinchen: Modell CARINA von Lidl. Das Beste, was in Coronazeiten so schnell verfügbar ist. Ich muss zugeben, ein gewisser Markensnob bin ich schon. Und stehe auf bewährte Originalmarken, mag keine Plastikgeräte, beäuge sehr kritisch Siegel, die „Made in Taiwan“ bezeugen. So hat CARINA keinen guten Stand, um eine lange, wunderbare Freundschaft mit mir zu beginnen. Aber die ersten Versuche, bei denen ich nicht gerade zartfühlend mit ihr umgehe (na, Plastikteilchen , wollen wir doch mal sehen, ob ich Dich nicht in wenigen Tagen materialermüden kann…), gelingen gut. Und ich bin froh, nun eine Maske in zwanzig Minuten fertig zu haben statt in zwei Stunden. So bleibt mehr Zeit für die Schmuckelemente..

Modell „Angelica“

Im Nähkorb finden sich immer mehr Trouvaillen, zum Beispiel Zierblumen aus Leder und Blumen. Woher stammen die nur? Wahrscheinlich haben die mal Schuhe oder Taschen dekoriert, die längst den Weg alles Irdischen gefolgt sind. Was ich sonst noch so finde: Jede Menge Mini-Umschläge mit Ersatzknöpfen für Teile, die schon ewig ge-kleiderkreiselt, verschenkt oder verschollen sind. Tasseln (..huch? Großes Mysterium), Pailletten und Lederbändchen. Hier kommen sie zu neuen Ehren. Irgendwann geht mir das Hutgummi aus und ich mache mich auf die Suche nach Gummilitze oder Alternativen. Ich experimentiere ein bisschen mit allem , was bath and beyond so hergibt und entscheide mich für „Softgummi-Ohrschlaufen“ aus Zopfgummis.

Materialtipps für noch weniger Mühe

Aber wo gibt es den günstigsten Nachschub? Fündig werde ich dann beim Drogeriemarkt dm: Hier werden weiche Haargummis in verschiedenen „Nicht-Farben“ wie nude, schwarz und braun im 6er-Pack für 1,95 Euro verkauft. Einfach ein Gummiband aufschneiden und paarweise zur Ohrschlaufe für eine Maske vernähen. Die Länge des Gummis passt jeder normalen Gesichtsform und ist um einiges angenehmer zu tragen als herkömmliche Gummilitze. Falls das Gummi doch etwas zu kurz sein sollte und es hinter den Ohren zwickt, das kann besonders bei Masken für Männer passieren, sollte man vorsorglich den Schnitt der Maske etwas variieren und bei den Seitenteilen jeweils einen halben Zentimeter Nahtzugabe ansetzen.

The Corona -Collection… HANDMADE

Alles, was der Nähkorb hergibt…

Am vergangenen Sonntag war es dann soweit.. die ganze Nation diskutiert über die Wirksamkeit von Mundschutz oder Masken. Sicher ist, dass eine einfache Maske den Träger nicht vor dem Virus schützt. Sicher ist aber auch, dass man als Maskenträger voraussichtlich kein Überträger des Covid 19-Virus im Alltag ist. Also, wenn jeder seine Nächsten durch das Tragen einer Maske schützen kann, spricht doch alles dafür, oder? Mir irgendwelche Masken schicken zu lassen, ist undenkbar: Mein Amazon-Account ist schon lange stillgelegt, auch tun mir die unermüdlich schuftenden Kuriere leid. Und schließlich habe ich doch irgendwo eine ansehnliche Truhe mit Nähzeug rumstehen…

Das perfekte Schnittmuster für eine Corona-Gesichtsmaske

Wer nach einer Nähanleitung für einen Mundschutz im Internet sucht, wird schnell fündig. Ich finde Kompliziertes und Simples, schlussendlich entscheide ich mich für die Website von Elle Puls, hier gibt es ein Schnittmuster als Download und ein easy Tutorial. Ich suche mir ein altes, natürlich frisch gewaschenes Geschirrtuch und freue mich, bei dem Nähkram ein Päckchen Hutgummi zu finden. Das muss ich mal von meiner Mutter erbeutet haben, die Packung wurde mutmaßlich in den 60ger-Jahren designt. Und jetzt endlich kann ich es brauchen…

Abstecken und Tee Trinken…

Die erste Maske dauert schon ein bisschen.. zumal ich zunächst versuche, Muttern alte Pfaff zu reanimieren. No chance, das Maschinchen ist Schrott. Na gut, dann wird’s ein “fatto al mano”-Modell. Der erste Versuch braucht schon ein Weilchen, nach circa 2 Stunden präsentiere ich stolz den Prototypen… nach kurzer Recherche zu Material, Wäsche und Desinfektion traue ich mich an Variationen. Generell sollte man die Masken täglich wechseln und sie zur Reinigung mit kochendem Wasser begießen. Ein mindestens zweiminütiges Bedampfen mit dem Bügeleisen soll den gleichen Effekt haben. Ich denke, erst waschen-im Kochtopf, da kommt gleich so ein Trümmerfrauenfeeling auf-dann bügeln, das passt.

Fantasie follows function

Und dann macht es richtig Spaß. Heute, am Dienstag, habe ich schon mehrere Modelle fertig, die Handarbeit ist eine klasse Abwechslung im coronabedingtem Zwangsurlaub Und ich denke nach wie vor: Maske auf – kann Leben retten!

Modell “Das Mädchen mit dem Perlenohrring”
Modell “Wüstenblume”
Modell “Die Vorleserin”
Modell ”De Fischer un sin Fru”

Drei Frauenleben – FEIN VERWOBEN

Cover Anna Hope Was wir sind
Anna Hope „Was wir sind“ , Hanser Literaturverlage

was wollen wir, was können wir sein? Definieren wir bewusst den Moment, an dem wir beginnen, wichtige Entscheidungen zu treffen, die unseren Lebensverlauf nachhaltig bestimmen? Anna Hope zeichnet auf versetzten Zeitebenen ein Porträt von drei Freundinnen im England der Neunziger- und Nuller-Jahre. Cate, Lissa und Hannah wachsen in einer Zeit auf, in der bereits politischer Widerstand, Emanzipation und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben teilweise von ihrer Müttergeneration gelebt werden. Mit Mitte Dreißig erleben wir alle drei Frauen, jede von ihnen in unterschiedlicher Situation, beim Abgleich ihrer Träume mit der Realität: Cate, als junge Mutter verunsichert und noch nicht in ihrem neuen Vorstadtleben angekommen, Lissa, immer noch von einer Karriere als Schauspielerin träumend, und Hannah, die zunehmend verzweifelter versucht, mit ihrem Partner eine Familie zu gründen. Das ist das in seiner Thematik sicher nicht verblüffend neue Setting der Geschichte. Anna Hopes Erzählweise jedoch, fein zusammengesetzte Fragmente aus verschiedenen Lebensdekaden der drei Freundinnen, macht daraus einen wunderbaren Frauenroman im besten Sinne. Und bringt auch mich dazu, mich mit den bewusst und unbewusst gesteuerten „life-changing moments“ meines Lebens auseinanderzusetzen.

Der weite Weg zur ERLEUCHTUNG

Unboxing… OK von FLOS

Die Auswahl der Lampen gehört für mich zu den größten Herausforderungen bei der Raumgestaltung. Schon die Auswahl der Pendelleuchte für meine Münchner Altbauwohnung mit einer Deckenhöhe von 3,40 Metern hat wirklich lange gedauert… und ich spreche hier nicht von Wochen oder Monaten, sondern Jahren. Und nun galt es, das Licht im Wohnraum unseres normal niedrigen Kapitänshauses zu optimieren. Gerade wenn sich ein großes Zimmer in mehrere „Wohninseln“ aufteilt, bin ich kein großer Fan von einer zentralen Deckenleuchte.

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Fototermin auf dem Floating Markt und eine Brücke mit GESCHICHTE

Von Ratchaiburi nach Kanchanaburi

Die Khlongs von Dam Noen
Auf den Khlongs von Damnoen Saduak

Unser erstes Ziel bei der Reise ins Umland von Bangkok ist der beliebte Floating Market Damnoen Saduak in Ratchaiburi, knapp 100 Kilometer südwestlich der Hauptstadt. Wir starten morgens um halb acht und freuen uns über unser schlaues Timing, als uns unser Fahrer gegen neun Uhr am noch kaum besuchten Steg abliefert. Mit dem Longboat geht es durch das weitverzweigte System kleiner Wasserstraßen, der Khlongs, doch schon nach den ersten Metern werden wir angehalten, den Händlern am Ufer billigen Touristenramsch abzukaufen. Nein Danke, wir möchten weder in Plastik verpackte Bambustaschen noch Polyestertuniken, und auch das Angebot, uns mit einer kleinen Meerkatze fotografieren zu lassen, lehnen wir ab.

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Fangquoten und FANATISMUS


Kann Ökoterror unseren Planeten retten?

Auch hier auf Ko Phangan spielen Szenen des Ökothrillers „Das Meer“ von Wolfram Fleischhauer, erschienen im Verlag Droemer

Wenn schon ZEIT Wissen diesen Roman „unbedingt empfiehlt“ und SR3 konstatiert: „Eine Glanzleistung-genau das richtige Buch für diese Zeit“, dann kann man davon ausgehen, guten Lesestoff im Reisegepäck zu haben. Im Urlaub habe ich gerne mal einen Thriller in der Strandtasche, und Wolfram Fleischhauer mag ich für seine oft sehr komplex und gut recherchierten Themen. In „Das Meer“ serviert der Autor, der auch als Konferenzdolmetscher in Brüssel tätig ist und daher für dieses Werk über besonderes Hintergrundwissen verfügt, gleich das ganz große Besteck: Als eine von der EU gesandte portugiesische Fischereikontrolleurin auf einem Fischtrawler unter mysteriösen Umständen verschwindet, beginnt ein rasantes Katz-und-Maus-Spiel zwischen militanten Umweltaktivisten, EU-Beamten, Lobbyisten und einer skrupellosen Fischereimafia. Auf sehr intelligente Art werden dem Leser einige nicht immer angenehme Lektionen über die Konsequenzen unserer westlichen Konsumgier erteilt. Mich hat der Roman derart gepackt, dass ich sogar zeitweise einen Bogen um das üppige Fischbuffet im thailändischen Resort machte und selbst in der strandnahen Garküche die vegetarische Variante des Pad Thai wählte! „Das Meer“ bietet nicht nur beste Unterhaltung mit Tiefgang, sondern ist für mich auch Impuls, mich nachhaltig über illegale Fischerei und Überfischung zu informieren.

Thailand – NEU entdeckt

Back again in Bangkok

Als ich das letzte Mal zwischen Weihnachten und Neujahr nach Thailand reiste, um ein neues Jahrzehnt zu begrüßen, servierte die Stewardess kurz nach dem Stopover in Kairo Sekt aus Plastikbechern und ich merkte: oops, ich habe die Party auf Ko Samui knapp verpasst. Heute, 30 Jahre später, handle ich die Zeitzonen smarter, travelle jedoch dadurch nicht automatisch geschmeidiger, denn – es ist 30 Jahre später: Die Bandscheibe, oder der nicht diagnostizierte Schmerz, der mich seit zwei Jahren permanent quält, macht schon die erste Flugetappe nach Dubai so unerträglich, dass der Liebste vorschlägt, einen U-Turn in eine Hamburger Klinik vorzunehmen. Nein, we‘ re half way there – und eine Ibu 400 und der sagenhaft langweilige Woody Allen „A rainy day in New York“ verschaffen mir einen gnädigen 3-Stunden-Schlaf auf dem zweiten Teil des Nachtfluges nach Bangkok. Mit dem ersten Schritt ins Freie trifft mich die Hitze wie eine Wand, und mit diesem ersehnten Schock und dem ersten Atemzug asiatischer Großstadtluft, Garküchenaroma und Blütenduft freue ich mich auf die nächsten drei Wochen in der Sonne, herrlich! Wir fahren zügig in unser wunderschön am Chao Phraya gelegene Resort, fliegen durch den abendlichen Grossstadtverkehr und finden uns erschöpft, aber sekundenschnell entspannt auf der Terrasse am Fluss ein. Die erste Tom Ka Kong Soup schmeckt hervorragend….

Das Anantara Riverside Resort & Spa, ein Juwel am Fluss

Anleger im Anantara Hotel
Ruhepause am Chao Phraya

Dass wir mit dem Anantara Riverside Resort & Spa eine perfekte Wahl getroffen haben, war uns schon beim Einchecken in das großzügige, geschmackvoll ausgestattete De Luxe-Zimmer klar. Am nächsten Morgen offenbart das Frühstücksbuffet die kulinarische Superlative – eine derartige Vielfalt habe ich tatsächlich noch nie gesehen. Pool-Landschaft und Gartenanlage sind ebenso perfekt, wir machen uns jedoch nach einem kleinen Nickerchen auf der Poolliege auf zum Hotelanleger. Hier bringt uns der Bootsshuttle in einer fünfzehnminütigen Fahrt zum Sathorn Pier und wir starten unsere Citytour mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an der Station Saphan Taksin. Man kommt leicht mit BTS-Skytrain und MRT-Metro durch die Stadt, spart sich Taxikosten und Traffic Jam und kann wunderbare Studien im U-Bahn-Waggon vornehmen.

Wat Phra Kaeo – der Königstempel

Tempelwächter vor dem Phra Maha Si Rajakarn

Das Palastgelände erreichen wir mit einem öffentlichen Expressboot, der Besucherandrang am Eingang ist erwartet hoch und wir schlendern zunächst durch den prächtigen Wandelgang, bis wir uns geduldig in die Schlange zum Königspalast einreihen.

Wandmalerei, abseits vom Trubel

Zwei Stunden verbringen wir in der märchenhaften Anlage und haben das Gefühl, nur ein kleinen Teil der Schätze gesehen zu haben. Doch wir haben uns sattgesehen an goldenen Chedis, fantasievollen Wandmalereien und prunkvollen Verzierungen. Die Hitze macht uns zu schaffen und wir kehren erschöpft zum Chang Pier zurück, besteigen ein Expressboot und lassen uns bis zum Anleger Chinatown fahren.

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