Das bewegte Leben mit 50+

Lifestyle, Liebe und Lektüre für Frauen mit Herz & Verstand

Autor: angutentagen (Seite 1 von 5)

Extrem leise und unglaublich NAH

Buchcover All unsere Jahre von Kathy Page
„All unsere Jahre“ von Kathy Page, Verlag Wagenbach

Die als Eheroman beschriebene Erzählung „All unsere Jahre“ von Kathy Page, erschienen im Verlag Wagenbach, beginnt mit der Geburt des späteren Ehemannes, wir steigen also bei Stunde Null ein in die Lebenswirklichkeit des Protagonisten Harry. Das drei Teile umfassende Buch beginnt in den Dreissigerjahren in einem Londoner Vorort. Klohäuschen, Lammeintopf, Kopfsteinpflaster – die Enge und das redliche Bemühen um ein gesellschaftliches Vorankommen skizziert die Autorin anschaulich und gefühlvoll, ich lerne Harry als gelehrigen Schüler und nachdenklichen jungen Mann kennen. Als er die ehrgeizige Evelyn trifft, setzen sich beide für die Erfüllung ihres Traums nach einem Leben in besseren Verhältnissen ein. Die zeitweilige Trennung während Harrys Frankreich-Einsatz bei der Kriegsmarine überbrückt er mit dem Verfassen feinsinniger Briefe. Das Eheporträt, welches sich über die 70 Jahre dauernde Ehe erstreckt, skizziert die Gefühlswelten beider Ehepartner, trägt aber deutlich stärker die Handschrift Harrys, und so erfahren wir weitaus mehr über sein Innenleben als über die Gedanken Evelyns.

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Friede, Freude – FEMINISMUS?

Buchcover "Die Zehnjahrespause" von Meg Wolitzer, Dumont Verlag
2019 erstmalig auf deutsch:
Der 2008 veröffentlichte Roman „Die Zehnjahrespause“ von Meg Wolitzer

Wenn Meg Wolitzer sagt, in diesem Roman gehe es um eine Gruppe der zu Hause gebliebenen Mütter, die darum kämpfen, sich selbst eine Bedeutung zuzuschreiben, dann ist das auch eine politische Aussage. Denn Meg Wolitzer gilt spätestens seit ihrem Erfolg des Bestsellers „Das weibliche Prinzip“ als eine der führenden feministischen US-Autorinnen. In ihrem aktuell erstmals auf deutsch erschienenem Roman „Die Zehnjahrespause“ skizziert die Schriftstellerin den Alltag vier ehemals beruflich erfolgreicher Vollzeitmütter in und um Manhattan. Wir bewegen uns in der gehobenen Mittelschicht und tauchen ein in das urbane Leben junger Familien in der Post-2001-Ära New Yorks.

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Buchstaben-KINO

Buchcover "Neun Fremde" von Liane Moriarty, Diana Verlag
„Neun Fremde“ von Liane Moriarty, Diana Verlag

Die erste Staffel der „Big little lies“-Serie habe ich während eines Fluges von New York nach München geschaut – nonstop. Die Inszenierung der perfekten Welt kalifornischer Super-Moms, die nach und nach Risse bekommt und differenziert düstere Seiten aufdeckt, hat mich sehr fasziniert. Als nun der Roman „Neun Fremde“ im Diana Verlag als neuestes Werk der „Big little lies“-Autorin Liane Moriarty angeteasert wird, greife ich sofort zu.

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Besuch beim ZAUBERDRACHEN

Restaurantbon "Der erdbeerfressende Drache"
Restaurantbon „Der erdbeerfressende Drache“

Als mir eine Bekannte vor einem halben Jahr begeistert von dem Restaurant „Der erdbeerfressende Drache“ in Ottensen erzählt, setze ich es augenblicklich auf meine wishlist. Dass asiatisch angehauchte Fusion-Küche im Programm steht, ist schon mal prima. Ausschlaggebend für meine Neugier ist jedoch die mutige Namensgebung, ich bin gleich on fire und will einen Tisch reservieren – Fehlanzeige. Das Restaurant arbeitet ausschließlich nach dem „Walk in“- Prinzip. Daher fällt es für einen Gruppenbesuch schon mal aus, das ist mir dann doch zu unsicher. (Nachtrag: Inzwischen ist es in Ausnahmefällen möglich, eine Gruppenreservierung zu tätigen!) Aber ich erfahre bei der Recherche, dass der Betreiber des Drachen der Spitzenkoch Thorsten Gillert ist, den ich seit einem Besuch seines grandiosen „artisan“ auf der Schanze in bester Erinnerung habe. Das ist allerdings mindestens 15 Jahre her und ich freue mich nun noch einmal extra, sein neues „Drachen-Konzept“ kennen zu lernen.

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Uns bleibt immer noch PARIS

Blick auf den Eiffelturm , avenur la Bourdonnais

Unzählige Male war ich schon in Paris, zum ersten Mal vier Tage als Fünfzehnjährige auf Klassenfahrt, zum letzten Mal auf einem typischen „Beauty-Presse-Trip“ . Vom Hostel (das hieß nur früher Jugendherberge) und Bummel auf den Champs-Elysées bis zum Private Dinner im Palais Royal und Aufenthalt im Hotel de Crillon habe ich also schon einiges gesehen – dass ich Paris jedoch kenne, würde ich nie behaupten: So vielfältig ist die Schöne an der Seine.

Jetzt endlich wird´s romantisch

Als mich der Liebste zum Geburtstag mit Flugtickets und Opernkarten überrascht, freue ich mich umso mehr, denn als romantisches Reiseziel hatte ich die Hauptstadt der Liebe noch nicht kennen gelernt. Nun reisen wir Ende Oktober an und feiern goldene Herbsttage allerfeinster Art, und zwar so:

Wir haben den Frühflug aus Hamburg genutzt und checken morgens um 10 Uhr ein in unser feines Boutiquehotel Môm Art, direkt unterhalb von Sacre-Coeur. Hier erleben wir das erste Highlight in diesem exzellent geführten Haus, denn neben einer äußerst eloquenten Begrüßung erhalten wir bereits jetzt unser hübsches Zimmer.

Hotelzimmer MÓm Art
Das „Cosy“- Chambre im Hotel M´Ôm Art

Später erfahren wir von Brigitte, die das Hotel gemeinsam mit ihren Geschwistern nach dem Tod des Vaters weiter führt, dass der Balkon des denkmalgeschützten Hauses die ehemalige Dichterstube von Rimbaud schmückt. Hinter der antiken Fassade verbirgt sich nun ein exquisit ausgestattetes Boutique & Spa Hotel, die 24 Zimmer sind entzückend, ich hätte am liebsten alle drei Kategorien (Cosy, Elegance, Hermes) bewohnt. Die charmanten Interiordetails machen aus dem relativ kleinen Raum einen gemütlich-chicen Rückzugsort, die Marshall-Musikanlage und die Nespresso-Maschine runden das Setting perfekt ab. Aber nix da, draußen lockt er Trubel von Montmartre..

Ein Spaziermarsch in der Herbstsonne…

Hier servieren nahezu alle Restaurants traditionelle französische Brasserie-Gerichte

Dass wir die Stufen zu Sacre-Coeur erklimmen und einen kleinen Rundgang durch das Künstlerviertel rund um den Place du Tertre unternehmen, ist klar. Ebenso, dass hier die Touristenströme das Stadtbild beherrschen. Aber nur wenige Gehminuten entfernt, etwa ab dem Place des Abbesses, wird das Bummeln entspannter. Nicht, dass ich nun behaupte, ich empfehle hier versteckte Eckchen des Künstlerviertels, aber tatsächlich werden wir in den kommenden Tagen immer wieder die hier gelegene Metrostation wählen, um von dort aus gemütlich „nach Hause“ zu schlendern und dabei ein Plätzchen für unseren nightcap zu finden.

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Sessel-KLEBSTOFF für drei Abende

Buchcover "Drei" von Dror Mishani, diogenes Verlag
„Drei“ von Dror Mishani als Hardcover von Diogenes, 24 €, gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Franz Dinda, sicherlich ein Hörgenuss!

Der Klappentext bleibt vage, verspricht die Verflechtung dreier Frauenschicksale mit dem eines Mannes. In Erwartung einer spannenden „Menage à Trois“-Story beginne ich den Roman „Drei“ von Dror Mishani (Diogenes Verlag). In der ersten Erzählung lerne ich Orna kennen, die nach einer noch nicht ganz verarbeiteten Trennung im Internet erste Schritte zurück ins Dating-Leben wagt. Mit Gil, den sie zunächst nicht einmal besonders anziehend findet, entsteht eine nicht unkomplizierte Beziehung,

Gemein – die diese Gefühle kenne ich doch?

Orna fühlt sich überfordert, die Situation zwingt sie zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Verhalten als Partnerin, mit dem Schmerz ihres Sohnes, der die Abwesenheit des Vaters verarbeiten muss, mit dem Jonglieren zwischen Alltag und Begierde. Trotz des nüchternen Stils zeichnet Mishani ein sensibles Bild der Familienkonstellation und Ornas Suche nach Trost und Anerkennung.

Fremde Lebenswirklichkeit – fesselnd erzählt

Bei mir hat es einige Zeit gedauert, bis ich die veränderte Temperatur des Geschichte wahrnahm und merkte, dass sie sich in einem anderen Genre bewegt als anfänglich vermutet. Auch im zweiten Kapitel ist Gil der männliche Protagonist und hilft Emilia, einer osteuropäischen Pflegekraft, in einer juristischen Frage. Nach und nach wird er zur einzigen Bezugsperson in Emilias tristem Alltag. Man spürt fast physisch, wie ihr anstrengender Alltag an ihrer Widerstandskraft zerrt. Aber Emilia sucht weiter nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Als Gil und sie sich näher kommen, spitzt sich die Situation zu.

Wieder wird ein Netz gesponnen

Jahre später trifft Gil in einem Café die junge, gestresste Ella, die sich vormittags zum ungestörten Arbeiten eine Auszeit von ihrem Familienleben gönnt. Als routinierter Verführer nutzt Gil ihre regelmäßigen gemeinsamen Kaffeepausen, um Ella zu einem Wochenendausflug zu überreden, den beide jedoch nie antreten werden.

Der Roman nimmt schon während der ersten Geschichte an Fahrt auf, ein regelrechter Sog hat sich bei mir mit dem Anfang des zweiten Kapitels entwickelt. Und mit dem überraschenden Ende ist Mishani (ebenfalls Autor der Krimireihe um den Kommissar Avi Avraham) ein echter Knüller gelungen.

Wachwechsel – wir sind die NEUEN

Naturkosmetik Arrangement

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub ist es Zeit für eine Runde Pflege-Update. Reste, Proben, Mustergrößen wurden während der Reise benutzt, und, wenn wir ehrlich sind, braucht es im Sommerurlaub üblicherweise nicht viel: Gute Sonnenschutzprodukte mit LSF 50 (ja, man bräunt trotzdem, etwas langsamer, dafür umso schöner!), und natürlich Hydration. Mehr eigentlich nicht, wenn es ein schöner Urlaub ist, sieht man das. Punkt. Nun waren vor vier Wochen die Schränke nahezu leer und neue Tiegel mussten her. Müssen? Dürfen! Beauty-Shopping – ich liebe es. Aber nicht mehr ohne die grüne Lupe….

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Liberté – Egalité – Dekolleté

Bikini Oberteil

Vierzig Jahre in Gefangenschaft – das muss man sich mal vorstellen. Ich rede hier nicht von Biografien unrechtmäßig Inhaftierter, nein, dieser Gedanke kam mir auf der Ferienrückreise vom Süden nach Hamburg – und bezieht sich auf meinen Busen. Hä? Ok – ich gehe mal davon aus, dass jede Frau zu diesem Körperteil eine ganz spezielle Beziehung hat. Vielleicht war auch besonders in meiner Generation die Veränderung des Körpers während der Pubertät häufig mit Scham, Unwissen, Schweigen gekoppelt. Ich erinnere mich, dass meine Mutter (Jahrgang 1926) mich, knapp 15-jährig, schräg von der Seite ansah und fast erschrocken meinte: „Na, da wird es ja Zeit, dass wir mal in die Stadt gehen und Dir einen Büstenhalter kaufen.“ Nichts weiter, ich kam mir vor, als sei ich plötzlich ein Sicherheitsrisiko für Moral und Anstand oder hätte einen Makel, den es nun zu verstecken galt. Ernsthaft, so war´s.

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Teilweise WEISE

Cover Das Jahr nach dem Abi, Paul Bühre, Ullstein Verlag

Wer wie ich einen 20-jährigem Sohn hat, versteht nicht automatisch dessen Generation. Eher garnicht. Durch einen Zufall ( ich kenne einen der im Buch beschriebenen Sidekicks persönlich – den beeindruckendsten!), wurde ich auf das Paperback „Das Jahr nach dem Abi“ von Paul Bühre, aufmerksam. Mal sehen, was die jungen Erwachsenen so umtreibt, dachte ich und fand Pauls Reiseerfahrungen aus China, Indien und Schottland eine kurzweilige Urlaubslektüre.

Aber da Paul eben nicht nur ein Reisetagebuch verfasst hat sondern ziemlich reflektiert und offen darüber berichtet, wie die Begegnungen und Erlebnisse ihn prägen, habe ich mich zumindest sehr gut daran erinnern können, wie mein damaliger Blick auf die Welt aussah. So als würde mein zwanzigjähriges Ich meinen jetziges Lebensentwurf einmal auf den Prüstand stellen – spannend und ganz gesund, die Perspektive dahingehend zu ändern. In einer der letzten Passagen des Buches resümiert Paul: „Ich durfte nicht nach Hause kommen, es hätte sich angefühlt wie eine Niederlage. Weil ich dachte, ich müsste vorher den Sinn meines Lebens finden. Man kann sagen, das Leben selbst ist Sinn genug. Würden dann demjenigen, der trotzdem nach dem Sinn fragt, der Respekt und die Dankbarkeit für das Leben fehlen?“

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen… Vielleicht nur nicht gerade als Geschenk von Eltern an ihre Kinder – denn die Gefahr, dass es dann ungelesen ins Regal wandert, ist vielleicht zu hoch – und wäre sehr schade.

Oh no .. LLORET DE MAR? Oh yes!

Wenn ich mir ein Sehnsuchtsziel überlege, fällt mir Lloret de Mar ganz sicherlich nicht ein.. und doch haben wir plötzlich dieses Ziel im Navi. „Wart‘s mal ab!“ beschwichtigt mich der Liebste. Wir durchqueren den Ort uond beim Anblick der belebten Promenade bin ich noch nicht überzeugt, dass uns hier eine hübsche Unterkunft erwartet. Und dann, etwas außerhalb, befahren wir die hotelexklusive Serpentinenstraße und betreten das elegante Foyer des 5-Sterne-Hauses „Santa Marta“.

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