Das bewegte Leben mit 50+

Lifestyle, Liebe und Lektüre für Frauen mit Herz & Verstand

Autor: angutentagen (Seite 2 von 5)

Wachwechsel – wir sind die NEUEN

Naturkosmetik Arrangement

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub ist es Zeit für eine Runde Pflege-Update. Reste, Proben, Mustergrößen wurden während der Reise benutzt, und, wenn wir ehrlich sind, braucht es im Sommerurlaub üblicherweise nicht viel: Gute Sonnenschutzprodukte mit LSF 50 (ja, man bräunt trotzdem, etwas langsamer, dafür umso schöner!), und natürlich Hydration. Mehr eigentlich nicht, wenn es ein schöner Urlaub ist, sieht man das. Punkt. Nun waren vor vier Wochen die Schränke nahezu leer und neue Tiegel mussten her. Müssen? Dürfen! Beauty-Shopping – ich liebe es. Aber nicht mehr ohne die grüne Lupe….

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Liberté – Egalité – Dekolleté

Bikini Oberteil

Vierzig Jahre in Gefangenschaft – das muss man sich mal vorstellen. Ich rede hier nicht von Biografien unrechtmäßig Inhaftierter, nein, dieser Gedanke kam mir auf der Ferienrückreise vom Süden nach Hamburg – und bezieht sich auf meinen Busen. Hä? Ok – ich gehe mal davon aus, dass jede Frau zu diesem Körperteil eine ganz spezielle Beziehung hat. Vielleicht war auch besonders in meiner Generation die Veränderung des Körpers während der Pubertät häufig mit Scham, Unwissen, Schweigen gekoppelt. Ich erinnere mich, dass meine Mutter (Jahrgang 1926) mich, knapp 15-jährig, schräg von der Seite ansah und fast erschrocken meinte: „Na, da wird es ja Zeit, dass wir mal in die Stadt gehen und Dir einen Büstenhalter kaufen.“ Nichts weiter, ich kam mir vor, als sei ich plötzlich ein Sicherheitsrisiko für Moral und Anstand oder hätte einen Makel, den es nun zu verstecken galt. Ernsthaft, so war´s.

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Teilweise WEISE

Cover Das Jahr nach dem Abi, Paul Bühre, Ullstein Verlag

Wer wie ich einen 20-jährigem Sohn hat, versteht nicht automatisch dessen Generation. Eher garnicht. Durch einen Zufall ( ich kenne einen der im Buch beschriebenen Sidekicks persönlich – den beeindruckendsten!), wurde ich auf das Paperback „Das Jahr nach dem Abi“ von Paul Bühre, aufmerksam. Mal sehen, was die jungen Erwachsenen so umtreibt, dachte ich und fand Pauls Reiseerfahrungen aus China, Indien und Schottland eine kurzweilige Urlaubslektüre.

Aber da Paul eben nicht nur ein Reisetagebuch verfasst hat sondern ziemlich reflektiert und offen darüber berichtet, wie die Begegnungen und Erlebnisse ihn prägen, habe ich mich zumindest sehr gut daran erinnern können, wie mein damaliger Blick auf die Welt aussah. So als würde mein zwanzigjähriges Ich meinen jetziges Lebensentwurf einmal auf den Prüstand stellen – spannend und ganz gesund, die Perspektive dahingehend zu ändern. In einer der letzten Passagen des Buches resümiert Paul: „Ich durfte nicht nach Hause kommen, es hätte sich angefühlt wie eine Niederlage. Weil ich dachte, ich müsste vorher den Sinn meines Lebens finden. Man kann sagen, das Leben selbst ist Sinn genug. Würden dann demjenigen, der trotzdem nach dem Sinn fragt, der Respekt und die Dankbarkeit für das Leben fehlen?“

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen… Vielleicht nur nicht gerade als Geschenk von Eltern an ihre Kinder – denn die Gefahr, dass es dann ungelesen ins Regal wandert, ist vielleicht zu hoch – und wäre sehr schade.

Oh no .. LLORET DE MAR? Oh yes!

Wenn ich mir ein Sehnsuchtsziel überlege, fällt mir Lloret de Mar ganz sicherlich nicht ein.. und doch haben wir plötzlich dieses Ziel im Navi. „Wart‘s mal ab!“ beschwichtigt mich der Liebste. Wir durchqueren den Ort uond beim Anblick der belebten Promenade bin ich noch nicht überzeugt, dass uns hier eine hübsche Unterkunft erwartet. Und dann, etwas außerhalb, befahren wir die hotelexklusive Serpentinenstraße und betreten das elegante Foyer des 5-Sterne-Hauses „Santa Marta“.

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So BLAU wie das Meer…

Hotel les Bulles de Meer,Bibliothek

Die Anfahrt ist zunächst unspektakulär – das Hotel „Les Bulles de mer“ liegt in einer Reihe mittelgroßer Hotelkomplexe, ähnlich anonym wie in einer mallorquinischen Mittelklassesiedlung. Wir sind hier in St. Cyprien an der südfranzösischen Mittelmeerküste und freuen uns auf einige Tage Relaxen am Strand. Kaum betreten wir den Eingangsbereich, ändert sich unsere Stimmung: Hier ist alles fein aufeinander abgestimmt, modernes Design im aktuellen Eklektizismus, aber unaufgeregt, überhaupt nicht prätentiös, mit vielen kreativen Details (ich liebe das Wandbild aus weißen Keramikkrebsen auf meerblauem Grund).

Unser Zimmer finden wir dann ebenso stimmig dekoriert, der Balkon liegt ruhig mit Blick auf den Yachthafen, wir mögen die hübschen, zweckmäßigen Hocker und Sesselchen, und ich freue mich mal wieder besonders über den Wasserkocher für meinen Kaffee VOR dem Aufstehen.

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Bootsurlaub – le grand FINALE

Platanenallee am Canal du Midi

Das letzte Drittel der Strecke wird dann noch einmal besonders schön. Die Hafenstädtchen sind zwar teilweise unspektakulär (in Puicheric beispielsweise, im Reiseguide als Städtchen angepriesen, welches seinen mittelalterlichen Charakter erhalten habe, gibt es außer einer maroden Festung und trostlos leerstehenden Lädchen nur ein einziges Restaurant mit fragwürdiger Klientel), dafür werden die Schleusenhäuschen immer pittoresker, die Brücken sind teilweise verziert und die Landschaft ist absolut traumhaft.

Schätzchen mit dem Schleusenwart

Inzwischen sind wir sehr versiert im Schleusen und so halte ich häufig ein Schwätzchen mit den „Eclusiers“ die sich freuen (sic!) , wenn ich mein Französisch ausprobiere. Interessant, Schleusenwart ist durchaus ein Ferienjob, begrenzt auf die Sommermonate mit rotierenden Einsatzorten.

Wir übernachten in Trèbes, einem charmanten kleinen Ort und entdecken eine „Confiturererie“, die dem Bilderbuch entsprungen scheint, die Marmeladenfee hat nicht nur die Sorte „Orange-Reglisse“ – ja – LAKRITZ in der einzigen Konfitürensorte, die mir schmeckt! Hier steht also ein Großeinkauf an… Der Canal schlängelt sich weiter durch sanfte Weinhänge, wir passieren Überreste mittelalterlicher Aquädukte, Einzel-, Doppel-, sogar Dreierschleusen und landen schließlich im Hafen von Carcassonne. In der Nachmittagssonne radeln wir zur Cité hinauf und sind total begeistert von der Kulisse, die sich uns bietet.

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Schön, von dir zu hören, NIELS!

Cover Niels Frevert Putzlicht
Niels Frevert „Putzlicht“, 2019 bei Grönland Records

Auf Niels Frevert wurde ich aufmerksam, als er mit seiner Band NATIONALGALERIE 1992 das Album „Kein Wunder“ veröffentlichte. Ich könnte heute noch jeden Song mitsingen, vielleicht würde mich der straighte American Rock nicht mehr ganz so überzeugen, aber die Texte waren damals wie heute ungewöhnlich poetisch. Als der Sänger dann 1997 seine Solokarriere startete, wurde der Sound subtiler, allerdings gleichsam noch melancholischer und ich fand die Songs ein bisschen zu „nölig“. Mit dem Album „Zettel auf dem Boden“ (2011) hatte ich Niels Frevert dann wieder auf dem Radar. Dann wurde es irgendwie leise um den Hamburger – bis ich jetzt, vielleicht auch, weil ich inzwischen in Hamburg regelmäßig dem ganz famosen Musiksender 917XFM lausche, die ersten Songs des neuen Albums entdeckte. Mit „Putzlicht“ ist Niels Frevert ein ganz besonders feines Comeback gelungen! Ich bin wieder schwer verliebt in die schwermütigen, lyrischen Texte und die Arrangements (teilweise klingen sie wie eine moderne Interpretation von Joy Division, teilweise flasht mich die rauere Gangart der Hamburger Schule -Alarmgitarren). Toll, ich freue mich so, alle Songs des Albums zu entdecken, momentan klebe ich an „Ich suchte nach Worten für etwas das nicht auf der Strasse der Worte lag“ (!). Am 19.10. spielt Niels Frevert im Mojo Club und ich habe mir den Termin schon in den Kalender tätowiert.

So klingt LEBENSFREUDE pur!

Impressionen Hamburg singt

Wenn sich Dienstags ab ungefähr 17 Uhr eine Menschenschlange vor der Michaelispassage bei der Stadthausbrücke bildet, ist das der Countdown für eine Chorprobe der besonderen Art. „Der Chor für alle Sänger und Nichtsänger“ heißt es auf der Website von hamburgsingt.de – und als ich mich das erste Mal in die Wartenden reihte und eine Zehnerkarte für 80 Euro kaufte, war ich schon sehr gespannt, was da auf mich zukommen würde… In den Probesaal passen ungefähr 400 Menschen, und der Raum füllt sich schnell, man sortiert sich in eine der drei Sektionen für hohe, tiefe oder normale Stimmlagen und wartet, denn los geht´s erst um 19 Uhr, wenn der Chorleiter Niels Schröder auf die Bühne springt und die Band einsetzt.

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Kind, schaff Dir ERINNERUNGEN

Die Ankunft im Hafenstädtchen Capestang ist schon wieder so ein Miniaturroman, herrlicher geht’s kaum. Freundlich werden wir in der Capitainerie eingewiesen, dann schlendern wir über die malerische Brücke in den kleinen Ort und finden uns in einer Kulisse wieder, als käme gleich Louis de Funès um die Ecke. Der Marktplatz ist an diesem Samstagabend belebt, eine Band macht ihren Soundcheck, wir studieren die unterschiedlichen Charaktere von Kellnern, Familien, Lokalmatadoren. Ich besichtige die wunderschöne gotische Kirche Collegiàle St. Etienne und verharre nachdenklich an der Gedenktafel, die besagt, dass im Juni 1944 genau 179 Männer des Dorfes von Mitgliedern der SS verschleppt wurden. Die alte Dame, die sorgsam den Kirchenraum putzt, fragt mich nach meiner Herkunft…und ich achte noch mehr als sonst darauf, keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Wir haben uns zum Abendessen ein besonders hübsches Gartenlokal ausgesucht und verbringen wunderbare Stunden im „Table du Vigneron“, bevor wir uns unter das Konzertpublikum auf dem Marktplatz mischen. An diesem Abend sind wir Teil einer Dorfgemeinschaft, lauschen den ziemlich schrägen 80s-Covers der Band und sind einfach dankbar für den Moment.

La Table du Vigneron in Capestang

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Hausbootstories – VOL. II

Morgenlicht Hausboot vor Rundbrücke

Den schrabbeligen Ankerplatz bei Agde verlassen wir frühmorgens und ohne Wehmut, Dusche oder Frühstück. Das Städtchen schafft es definitiv nicht auf meine Favoritenliste. In friedlicher Morgenstimmung gleiten wir den Kanal entlang und ich stelle wieder einmal fest, dass das „Wasserglotzen“ etwas absolut Meditatives hat. Gepaart mit kleinen Handgriffen – Bimini runter, Bimini rauf- stellt sich schnell wieder die totale Entspannung ein.

Nach einigen Stunden erwartet uns das nächste Schleusenmanöver und schon ist es vorbei mit meiner Gelassenheit. Verflixt noch mal, mit den Tauen zu hantieren ist echt nicht einfach, immer wieder misslingt das Festmachen, hektisch registriere ich die kritischen Blicke des Schleusenwärters, und was hat mir der Liebste gerade Unverständliches zugerufen? O je, und gerade, als mit großem Hallo das Boot der netten Schweizer zu uns stößt, knallt erneut der große, provisorisch festgeknotete Fender vom Bug. Irgendwie bewältigen wir die Schleuse von Portignan dann doch und der Liebste nimmt mich in den Arm: “ Du weißt schon, dass wir uns hier die schwierigste Variante ausgesucht haben? Zu zweit ein relativ großes Boot hochzuschleusen?“ Richtig, abwärts sind die Manöver viel leichter, da man lediglich das Boot beim Herabsenken des Wasserspiegels kontrollieren muss. Diese Erkenntnis erstickt den aufkommenden Stress sofort, zumal wir uns noch ein paar Kommandos überlegen, um in der Schleuse schneller kommunizieren zu können. Und als die Schweizer unser Boot passieren, steht der Liebste mit dem blauen Kugelmonster am Heck und erntet vergnügte Antworten auf sein keckes Angebot: „Na, wollen Sie vielleicht einen Fender kaufen?“

Fender auf der Beaucaire

In heiterer Stimmung erreichen wir – natürlich nach einer Schleusenpassage – die Stadt Beziers und werden in der Capitainerie herzlich empfangen. Frisch geduscht schwingen wir uns zu einer großen Erkundungstour auf die Räder. Die Stadt bietet allerlei Sehenswertes, wir begeistern uns für die romanische Kathedrale St. Nazaire mit dem anliegenden Klostergarten, von dem man eine wunderbare Aussicht auf das Tal und die Brückenlandschaft hat. Natürlich locken uns die einzigartigen Neun Schleusen von Fonseranes. Das Highlight des Canal du Midi steht morgen auf unserer Route und wir studieren genau, mit welchen Handgriffen der Besatzung ein riesiges Aussichtsboot die Wassertreppe meistert. Zurück von einem modern- raffinierten Dinner im hübschen „L’Attable(é) de Axel D.“ nehmen wir einen Absacker auf dem Vorderdeck und freuen uns, schon etwas aufgeregt, auf die Herausforderung des nächsten Tages.

L' ecluses de Fonseranes

Und es geht früh los. Zunächst überqueren wir auf der Kanalbrücke den Fluss L’Orb, ein einzigartiges Gefühl! Und dann sind wir auch schon an den Schleusen.. Nach einer Stunde schweißtreibendem Hantieren ist das gesamte Höhenunterschied von 21 Metern überwunden, alles verlief easy, wir hatten richtig Spaß bei unserem grandiosen Teamwork. Glücklich klatschen wir uns ab – hey, das ist der Durchbruch!

Nachmittags erreichen wir entspannt das hübsche Örtchen Capestang. “ Le voyage erst la plus belle destination“- Heute habe ich den Slogan unseres Vermieters Locaboat voll verinnerlicht.

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